Micron Document
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<title>Tatort</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Tatort</span></h1>
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<p><b>Tatort</b> ist in der <a href="Kriminalistik" title="Kriminalistik">Kriminalistik</a> der Ort, an dem der <a href="T%C3%A4ter_(Strafrecht)" title="Täter (Strafrecht)">Täter</a> eine Straftat unmittelbar <a href="Begehung_(Strafrecht)" title="Begehung (Strafrecht)">begangen</a> hat.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Allgemeines">Allgemeines</h2></div>
<p>Es ist der Ort, an welchem der Täter beim <a href="Begehungsdelikt" title="Begehungsdelikt">Begehungsdelikt</a> gehandelt hat oder beim <a href="Unterlassungsdelikt" title="Unterlassungsdelikt">Unterlassungsdelikt</a> hätte handeln müssen und der <a href="Taterfolg" class="mw-redirect" title="Taterfolg">Taterfolg</a> eingetreten ist oder nach der Vorstellung des Täters hätte eintreten sollen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei einer Straftat kann es durchaus mehrere Tatorte geben, wenn der <a href="Tathergang" title="Tathergang">Tathergang</a> dies erforderlich machte. Im <a href="Deliktsstadium" title="Deliktsstadium">Deliktsstadium</a> ist der Tatort ein wichtiger Beweisstandort, weil hier oft die meisten <a href="Spur_(Kriminalistik)" title="Spur (Kriminalistik)">Spuren</a> zu ermitteln sind. Der Tatort im weiteren Sinne umfasst sämtliche Örtlichkeiten vor, während oder nach der Tat, wie den Vorbereitungsort, der Weg des Täters an das <a href="Tatobjekt" title="Tatobjekt">Tatobjekt</a>, die weitere Umgebung des Tatortes, der Fundort des <a href="Tatopfer" title="Tatopfer">Tatopfers</a>, der <a href="Fluchtweg" title="Fluchtweg">Fluchtweg</a> des Täters, Fluchtfahrzeuge, Versteck der Beute oder der Ort der <a href="Tatmittel" title="Tatmittel">Tatmittel</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Begriff wird nicht nur im Zusammenhang mit der polizeilichen Ermittlungsarbeit, sondern auch in der <a href="Kriminologie" title="Kriminologie">Kriminologie</a> und der <a href="Kriminalstatistik" title="Kriminalstatistik">Kriminalstatistik</a> verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung">Abgrenzung</h2></div>
<p>Abzugrenzen ist der Begriff des Tatorts von dem des <a href="Fundort" title="Fundort">Fundorts</a>, etwa einer <a href="Leiche" class="mw-redirect" title="Leiche">Leiche</a> oder eines Beweisstücks. Fundort und Tatort sind nicht immer identisch. Fundort ist kriminalistisch der Ereignisort, an welchem <a href="Gegenstand" title="Gegenstand">Gegenstände</a>, Sachen oder Personen aufgefunden werden, die mit einer Straftat in Verbindung stehen oder gebracht werden können.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Beispielsweise ist bei einer Leiche zu prüfen, ob sie lediglich am Fundort aufgefunden wurde und der Tatort ein anderer ist. Die Abweichung zwischen Fundort und Tatort lässt darauf schließen, dass der Täter noch <a href="Transportmittel" title="Transportmittel">Transportmittel</a> benötigte, mit denen er auf Straßen oder Wegen die Leiche zum Fundort verbracht hat. Der Fundort wiederum muss nicht zwangsläufig mit dem Ablegeort identisch sein, etwa wenn eine Leiche in ein <a href="Flie%C3%9Fendes_Gew%C3%A4sser" class="mw-redirect" title="Fließendes Gewässer">fließendes Gewässer</a> geworfen und anderenorts angeschwemmt wird. Ein neutraler Begriff, der Verwendung finden sollte, wenn (noch) nicht geklärt ist, ob es sich um den Tat-, Ablage- oder Fundort handelt, ist der des Ereignisorts. Ereignis- oder auch schlicht <a href="Einsatzort" class="mw-redirect" title="Einsatzort">Einsatzort</a> nennt man auch den Ort, an dem ein nicht <a href="Sanktionsrecht" title="Sanktionsrecht">sanktionsbewehrtes</a> Ereignis wie beispielsweise eine Naturkatastrophe stattfindet oder stattgefunden hat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsfragen">Rechtsfragen</h2></div>
<p>Der räumliche Geltungsbereich des deutschen <a href="Strafgesetzbuch_(Deutschland)" title="Strafgesetzbuch (Deutschland)">Strafgesetzbuchs</a> ergibt sich aus dem in §§ 3–9 StGB geregelten <a href="Strafanwendungsrecht_(Deutschland)" title="Strafanwendungsrecht (Deutschland)">Strafanwendungsrecht</a>. Das deutsche Strafrecht gilt danach nicht nur, wenn der Ort der Tat im Inland liegt (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__3.html">§&nbsp;3</a></span> StGB), sondern auch auf deutschen Schiffen und Luftfahrzeugen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__4.html">§&nbsp;4</a></span> StGB) und für bestimmte im Ausland gegangene Taten (§§ 5–7 StGB).
</p><p>Die <a href="Legaldefinition" title="Legaldefinition">Legaldefinition</a> des Tatorts findet sich in <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__9.html">§&nbsp;9</a></span> Abs. 1 <a href="Strafgesetzbuch_(Deutschland)" title="Strafgesetzbuch (Deutschland)">StGB</a>. Danach ist eine Tat an jedem Ort begangen, an dem der Täter gehandelt hat oder im Falle des <a href="Unterlassen_(Deutschland)" class="mw-redirect" title="Unterlassen (Deutschland)">Unterlassens</a> hätte handeln müssen oder an dem der zum <a href="Tatbestand" title="Tatbestand">Tatbestand</a> gehörende <a href="Taterfolg" class="mw-redirect" title="Taterfolg">Taterfolg</a> eingetreten ist oder nach der Vorstellung des Täters eintreten sollte. Eine gleichlautende Formulierung ist auch im <a href="Ordnungswidrigkeitenrecht" class="mw-redirect" title="Ordnungswidrigkeitenrecht">Ordnungswidrigkeitenrecht</a> zu finden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__7.html">§&nbsp;7</a></span> Abs. 1 <a href="Gesetz_%C3%BCber_Ordnungswidrigkeiten" title="Gesetz über Ordnungswidrigkeiten">OWiG</a>). In <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__7.html">§&nbsp;7</a></span> Abs. 1 <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">StPO</a> ist von einem Ort die Rede, an dem „die Straftat begangen ist“. In <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__7.html">§&nbsp;7</a></span> Abs. 2 StGB wird klarstellt, dass das deutsche Strafrecht auch für Straftaten gilt, die im Ausland gegen einen Deutschen begangen werden, wenn die Tat am ausländischen Tatort mit Strafe bedroht ist oder der Tatort keiner Strafgewalt unterliegt.
</p><p>Zu unterscheiden ist zwischen dem juristischen Tatort im Sinne des <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__7.html">§&nbsp;7</a></span> Abs. 1 StGB, dem <a href="Ereignisort" class="mw-redirect" title="Ereignisort">Ereignisort</a> und dem kriminalistischen Tatort. Im Strafrecht ist für die <a href="Teilnahme" class="mw-redirect" title="Teilnahme">Teilnahme</a> sowohl der Tatort als auch der Ort der Teilnahmehandlung maßgeblich. Ereignisort ist ein Raum (<a href="Wohnraum" title="Wohnraum">Wohnraum</a> oder <a href="Gesch%C3%A4ftsraum" title="Geschäftsraum">Geschäftsraum</a>) oder Ort, wo ein kriminalistisch relevantes Ereignis stattfand.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von Bedeutung ist der Tatort sowohl für die Anwendbarkeit des <a href="Strafrecht_(Deutschland)" title="Strafrecht (Deutschland)">Strafrechts</a> als auch für die <a href="Zust%C3%A4ndigkeit_(Recht)" class="mw-redirect" title="Zuständigkeit (Recht)">örtliche Zuständigkeit</a> der <a href="Polizei" title="Polizei">Polizei</a> und <a href="Staatsanwaltschaft" title="Staatsanwaltschaft">Staatsanwaltschaft</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__143.html">§&nbsp;143</a></span> <a href="Gerichtsverfassungsgesetz" title="Gerichtsverfassungsgesetz">GVG</a>) und damit – nach der gesetzlichen Regelung indirekt – auch der <a href="Gericht" title="Gericht">Gerichte</a> in <a href="Strafsache" title="Strafsache">Strafsachen</a>. Der Tatort ist Bestandteil des <a href="Erster_Angriff" title="Erster Angriff">Ersten Angriffs</a>. <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__200.html">§&nbsp;200</a></span> Abs. 1 Satz 1 StPO nennt <a href="Tatzeit" title="Tatzeit">Tatzeit</a> und Tatort als <a href="Konkretisierung" title="Konkretisierung">Konkretisierungsmerkmale</a> der <a href="Anklageschrift" title="Anklageschrift">Anklageschrift</a>, jedoch stehen diese Merkmale nicht allein. Andere Umstände, insbesondere Einzelheiten der Tatbegehung, dienen ebenfalls der Tatkonkretisierung. Tatzeit und Tatort als Umgrenzungsmerkmale können dadurch ergänzt oder ersetzt werden.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ausnahmen sind zum Beispiel <a href="Terrorismus" title="Terrorismus">Terrorismus</a> und <a href="Spionage" title="Spionage">Spionage</a>. Im Rahmen der Vorermittlungen ist die örtlich zuständige Polizei gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163.html">§&nbsp;163</a></span> StPO (ggf. in Verbindung mit <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/wig_1968/__46.html">§&nbsp;46</a></span> OWiG) für die Verfolgung von Tat und Täter zuständig.
</p><p>Begehungsort nach dem <a href="Lex_loci_delicti" title="Lex loci delicti">Ubiquitätsprinzip</a> ist nicht nur der Ort, an dem die Handlung begangen oder unterlassen wurde, sondern auch der Ort, an dem ein tatbestandsmäßiger Erfolg eingetreten ist oder nach dem Vorstellungsbild der Beteiligten eintreten sollte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Tatortarbeit">Tatortarbeit</h2></div>


<p>Die Tatortarbeit ist eine Aufgabe der Polizei, die einen <a href="Polizeieinsatz" title="Polizeieinsatz">Polizeieinsatz</a> aufbaut und durchführt. Beim <a href="Erster_Angriff" title="Erster Angriff">Erstzugriff</a> auf den Tatort hat vielfach die <a href="Schutzpolizei" title="Schutzpolizei">Schutzpolizei</a> den <a href="Sicherungsangriff" title="Sicherungsangriff">Sicherungsangriff</a>, den <a href="Auswertungsangriff" title="Auswertungsangriff">Auswertungsangriff</a> dagegen die <a href="Kriminalpolizei_(Deutschland)" class="mw-redirect" title="Kriminalpolizei (Deutschland)">Kriminalpolizei</a>. In praktisch jedem Fall ist die örtliche Polizeidienststelle der Schutzpolizei vor Ort. Sie übergibt den Tatort an die <a href="Kriminalpolizei" title="Kriminalpolizei">Kriminalpolizei</a> mitsamt Beweismitteln und Berichten sowie zum Teil Personen.
</p><p>Am Tatort erfolgt der sogenannte <a href="Erster_Angriff" title="Erster Angriff">Erste Angriff</a>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Kriminalistik#Bereiche_der_Kriminalistik" title="Kriminalistik">Polizeitaktisch</a> wird ein Tatort unmittelbar nach Eintreffen der Einsatzkräfte durch innere und äußere <a href="Sicherheitsabsperrung" title="Sicherheitsabsperrung">Absperrung</a> sowie <a href="Sicherstellung_(Recht)" title="Sicherstellung (Recht)">Sicherstellung</a> bzw. <a href="Beschlagnahme" title="Beschlagnahme">Beschlagnahme</a> <a href="Tatortsicherung" title="Tatortsicherung">gesichert</a>. Außerdem wird der Tatort nach <a href="Beweismittel" title="Beweismittel">Beweismitteln</a> <a href="Spurensicherung" title="Spurensicherung">abgesucht</a> und es wird ein Trampelpfad (Spurengasse) eingerichtet, um weder vorhandene Spuren zu verfälschen noch eigene zu setzen. Am Zugang findet eine <a href="Personenkontrolle" title="Personenkontrolle">Kontrolle</a> der Personen statt, die den Tatort betreten oder verlassen wollen. Außerdem wird bei <a href="Polizeiliche_Lage" title="Polizeiliche Lage">Sofortlagen</a> eine Tatortbereichsfahndung eingeleitet. Des Weiteren ist es wichtig, die Situation des Tatortes zu beschreiben (sog. <i>Tatortbefund</i>) sowie eventuelle Täter aus dem Kreis der <a href="Schaulustiger" title="Schaulustiger">Schaulustigen</a> zu ermitteln, da manche Täter den weiteren Ablauf nach ihrer Tat beobachten.
</p><p>Der Tatort ist im Strafverfahren vor allem der dort vorhandenen <a href="Spur_(Kriminalistik)" title="Spur (Kriminalistik)">Spuren</a> wegen Ausgangspunkt für <a href="Ermittlungsverfahren" title="Ermittlungsverfahren">Ermittlungsverfahren</a> der <a href="Strafverfolgungsbeh%C3%B6rde" title="Strafverfolgungsbehörde">Strafverfolgungsbehörden</a>. Vor allem hier können <a href="Beweismittel" title="Beweismittel">Beweismittel</a> für das Stattfinden einer Tat und für die Täterschaft gefunden werden. Diese Spuren ermöglichen im idealen Fall eine direkte <a href="Tatnachweis" title="Tatnachweis">Überführung</a> eines Tatverdächtigen bzw. <a href="Beschuldigter" title="Beschuldigter">Beschuldigten</a> oder führen unter Umständen auch zu weiteren Ermittlungsansätzen, die zumindest eine <a href="Personenfahndung" title="Personenfahndung">Personenfahndung</a> ermöglichen. In jüngster Zeit wird im Falle von <a href="Sexualdelikt" class="mw-redirect" title="Sexualdelikt">Sexual-</a> und <a href="Gewaltdelikt" class="mw-redirect" title="Gewaltdelikt">Gewaltdelikten</a> die Nützlichkeit von Tatortdaten auch in Bezug auf die <a href="Forensische_Psychiatrie" title="Forensische Psychiatrie">forensische Psychiatrie</a> diskutiert, da sie behandlungsrelevante Hinweise auf die psychologischen Hintergründe der Straftat geben.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bestimmte Straftaten werden nur von der Kriminalpolizei bearbeitet. Hierzu gehören auch kriminalistische Ermittlungen vor Ort. Sofern der Erste Angriff durch Kräfte der Schutzpolizei erfolgt, findet vor Ort eine Tatort-Übergabe an die Kräfte der Kriminalpolizei statt. Dieser Informationsaustausch geschieht mithilfe eines schriftlichen, meist mehrseitigen Erstzugriffsberichtes und/oder mündlich vor Ort. Hierbei werden ggf. auch Spuren sowie Personalien von Beschuldigten, Zeugen und Auskunftspersonen übergeben. Anschließend wird der Auswertungsangriff vorgenommen, der vornehmlich die <a href="Spurensicherung" title="Spurensicherung">Spurensicherung</a> beinhaltet. In der Regel wird ein Tatortbefundsbericht erstellt. Deutschlandweit ist die <i>Anleitung Tatortarbeit-Spuren</i> (ATOS), herausgegeben vom <a href="Bundeskriminalamt_(Deutschland)" title="Bundeskriminalamt (Deutschland)">Bundeskriminalamt</a>, verbindlich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kriminalstatistik">Kriminalstatistik</h2></div>

<p>Die <a href="Kriminalstatistik" title="Kriminalstatistik">Kriminalstatistik</a> untersucht beispielsweise die Tatort-Wohnsitz-Beziehung des Tatverdächtigen. Danach wohnten 2017 insgesamt 63,4&nbsp;% aller Tatverdächtigen in der Tatortgemeinde, bei <a href="Mord_(Deutschland)" title="Mord (Deutschland)">Mord</a> lag die Quote bei 58,9&nbsp;%.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="International">International</h2></div>
<p>Bei der <a href="Internetkriminalit%C3%A4t" title="Internetkriminalität">Internetkriminalität</a> ist der Tatort seit langem ein Hauptproblem, weil dieser sich meist in einem anderen Staat befindet.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Kriminalistik bedient sich der Erkenntnisse der <a href="Logik" title="Logik">Logik</a>, <a href="Biologie" title="Biologie">Biologie</a>, <a href="Chemie" title="Chemie">Chemie</a>, <a href="Physik" title="Physik">Physik</a> oder <a href="Technik" title="Technik">Technik</a>, so dass international die gleichen Bedingungen theoretisch auch für den Tatort gelten. Für das Umfeld der Tat hat sich der Begriff der <i>Tatszene</i> durchgesetzt, wobei das zunächst <a href="Territorialit%C3%A4tsprinzip" title="Territorialitätsprinzip">Territorialitätsprinzip</a> gilt.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Erfolgsort_(unerlaubte_Handlung)" title="Erfolgsort (unerlaubte Handlung)">Erfolgsort (unerlaubte Handlung)</a></li>
<li><a href="Feststellungsort" title="Feststellungsort">Feststellungsort</a></li>
<li><a href="Polizeiliches_Handeln" title="Polizeiliches Handeln">Polizeiliches Handeln</a></li>
<li><a href="Tatortreiniger" title="Tatortreiniger">Tatortreiniger</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Holger Roll: <i>Tatortarbeit. Lehr- und Studienbriefe Kriminalistik/Kriminologie.</i> 1. Auflage. Band 8, Verlag Deutsche Polizeiliteratur, Hilden 2008, ISBN 978-3-8011-0577-8.</li>
<li>Rolf Ackermann: <i>Tatortarbeit und kriminalistische Erkenntnismöglichkeiten.</i> In: <i><a href="Kriminalistik_(Zeitschrift)" title="Kriminalistik (Zeitschrift)">Kriminalistik</a>.</i> 2006, S. 783–788.</li>
<li>Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, Ausbildungsgang mittlerer Polizeivollzugsdienst – Kriminalistik/Kriminaltechnik, Kriminalistik/Kriminaltechnik, Skriptum 6: <i>Kriminalistische Tatortarbeit/Erster Angriff, Begriff und Bedeutung des Tatortes, Grundlagen für die polizeiliche Tatortarbeit, Tatortarbeit und kriminalistisches Denken, Struktur und Methodik.</i> Dezember 2010. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gletschertraum.de/Lehrmaterialien/06Angriff_Skriptum.pdf">(PDF; 176 KB)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Tatort" class="extiw external" title="wikt:Tatort">Wiktionary: Tatort</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Crime_scenes?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Crime scenes</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Carl_Creifelds" title="Carl Creifelds">Carl Creifelds</a>, <i><a href="Creifelds_(Rechtsw%C3%B6rterbuch)" class="mw-redirect" title="Creifelds (Rechtswörterbuch)">Creifelds Rechtswörterbuch</a></i>, 2000, S. 1299 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=0ylyDpd7a2oC&amp;pg=PA126&amp;dq=Fundort+Tatort&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiouYOH0o3dAhVS2aQKHQRsBKYQ6AEIMDAC#v=onepage&amp;q=Fundort%20Tatort&amp;f=false">Horst Clages (Hrsg.), <i>Der rote Faden: Grundsätze der Kriminalpraxis</i>, 2004, S. 69</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Horst Clages (Hrsg.), <i>Der rote Faden: Grundsätze der Kriminalpraxis</i>, 2004, S. 80</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Horst Clages (Hrsg.), <i>Der rote Faden: Grundsätze der Kriminalpraxis</i>, 2004, S. 79</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">BGH, Beschluss vom 4. April 2017, Az.: BGH 2 StR 409/16</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">BGH, Urteil vom 5. März 1998, Az.: 5 StR 494/97 = <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+44%2C+52">BGHSt 44, 52</a></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">BGH, Beschluss vom 15. Dezember 2009, Az.: StB 52/09 = <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGH+NJW+2010%2C+2448">BGH NJW 2010, 2448</a></span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulf Steinert, <i>Skriptum Kriminalistische Tatortarbeit/Erster Angriff</i>, Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, Dezember 2010, S. 6. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://gletschertraum.de/Lehrmaterialien/06Angriff_Skriptum.pdf">(online als PDF)</a></span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Cornelia Musloff/Jens Hoffmann (Hrsg.), <i>Täterprofile bei Gewaltverbrechen</i>, 2. Auflage, Springer, Heidelberg 2006, ISBN 3-540-33345-2, Kap. 16, 17 &amp; 18.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Helmut_Satzger" title="Helmut Satzger">Helmut Satzger</a>: <i>Internationales und Europäisches Strafrecht</i>, 2. Auflage, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2008, Seite 60</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Helmut Satzger: <i>Internationales und Europäisches Strafrecht</i>, 2. Auflage, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2008, Seite 39</span>
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